Virtuelles Family Office

Ein virtuelles Family Office (VFO) ist eine flexible Organisationsform, bei der die Funktionen eines Family Offices nicht in einer eigenen Einheit gebündelt, sondern über ein Netzwerk externer Spezialisten, Berater und Anbieter einzelner Family-Office-Dienstleistungen koordiniert werden. Statt eigener Mitarbeiter oder Infrastruktur greift die Inhaberfamilie auf ausgewählte Experten zu – etwa Vermögensverwalter, Steuerberater, Rechtsanwälte, Controller oder Nachfolgeexperten –, die über digitale Prozesse zentral gesteuert werden. Diese Form des Family Offices ermöglicht eine moderne und schlanke Struktur, die von der zunehmenden Digitalisierung profitiert.

Aufbau, Vor- und Nachteile

Die operative Verwaltung und Koordination kann durch ein einzelnes Familienmitglied, einen Family Officer oder auch durch ein externes Multi Family Office erfolgen, das nur ausgewählte Leistungen übernimmt. Ein virtuelles Family Office kann dabei sowohl von einer Inhaberfamilie als interne Lösung etabliert als auch in Zusammenarbeit mit spezialisierten Unternehmen oder digitalen Plattformen gegründet werden.

Die Vorteile des VFO liegen in den geringen Kosten, der hohen Flexibilität und der Möglichkeit, Experten bedarfsgerecht aus dem Netzwerk einzubinden. Durch digitale Kommunikation und automatisierte Prozesse können Abläufe effizient gestaltet und Informationen transparent bereitgestellt werden.

Zu den Nachteilen zählen eine höhere Komplexität der Koordination, potenzielle Schnittstellenprobleme zwischen externen Beratern und fehlende Standardisierung. Zudem kann die Datenintegration herausfordernd sein, wenn verschiedene Systeme genutzt werden. In der Praxis stellt das virtuelle Family Office eine sinnvolle Übergangs- oder Dauerlösung dar – insbesondere für Unternehmerfamilien mit dezentraler Struktur und Fokus auf digitale Effizienz in der Vermögensverwaltung.

Stand: 08.11.2025 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Franziska Strauch