Compliance
Compliance bezeichnet die Gesamtheit aller organisatorischen Maßnahmen, Prozesse und Kontrollen, die sicherstellen, dass rechtliche, regulatorische und interne Vorgaben eingehalten werden. Sie dient dem Schutz der Vermögensinhaber, der handelnden Personen sowie der beteiligten Organisationen vor rechtlichen, finanziellen und reputativen Risiken. Gerade bei komplexen Vermögensstrukturen, internationalen Sachverhalten und der Zusammenarbeit mit zahlreichen externen Dienstleistern ist Compliance ein zentraler Bestandteil professioneller Vermögensorganisation.
Ein Compliance Management System (CMS) bildet den strukturellen Rahmen. Es definiert Zuständigkeiten, Richtlinien, Kontrollmechanismen und Meldewege. Ziel ist es, Regelverstöße frühzeitig zu erkennen, zu verhindern und systematisch zu adressieren. Ein wirksames CMS ist risikoorientiert aufgebaut und wird regelmäßig überprüft und angepasst.
Bereiche der Compliance
Die steuerliche Compliance stellt sicher, dass steuerliche Pflichten vollständig, korrekt und fristgerecht erfüllt werden. Dazu gehören insbesondere Deklarations-, Mitwirkungs- und Aufzeichnungspflichten. Sie ist eng mit der laufenden Vermögensstrukturierung und der Zusammenarbeit mit Steuerberatern verbunden.
Die aufsichtsrechtliche Compliance betrifft vor allem Family Offices oder Dienstleister, die regulierte Tätigkeiten ausüben oder beaufsichtigen lassen müssen. Hierzu zählen etwa Anforderungen aus dem Finanzaufsichtsrecht, dem Kapitalanlagegesetzbuch oder aus europäischen Regelwerken. Ziel ist die Einhaltung von Erlaubnis-, Organisations- und Verhaltenspflichten.
Der Datenschutz gewinnt zunehmend an Bedeutung. Er umfasst den rechtmäßigen Umgang mit personenbezogenen und sensiblen Vermögensdaten von Familienmitgliedern, Mitarbeitern und Geschäftspartnern. Zentrale Aspekte sind Zugriffsbeschränkungen, Datensicherheit, Dokumentation und Transparenz.
Die Geldwäscheprävention dient der Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Sie umfasst Identifikationspflichten, Risikoanalysen, Monitoring-Prozesse und Verdachtsmeldungen. Family Offices müssen insbesondere bei internationalen Strukturen und Transaktionen erhöhte Sorgfalt walten lassen.
Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten stellen sicher, dass relevante Unterlagen vollständig, nachvollziehbar und über gesetzlich vorgegebene Zeiträume verfügbar sind. Sie bilden die Grundlage für Prüfungen, Nachweise und interne Kontrollen.
Schließlich betreffen Offenlegungsverpflichtungen die transparente Information gegenüber Behörden, Vertragspartnern oder – je nach Struktur – auch gegenüber Familiengremien. Sie sichern Nachvollziehbarkeit und Vertrauen.
Insgesamt schafft Compliance Ordnung, Transparenz und Rechtssicherheit und ist damit ein wesentlicher Baustein nachhaltiger Vermögenssteuerung.
Hinweis: Das Wiki befindet sich im Aufbau. Demnächst finden Sie hier zu den einzelnen Bereichen der Compliance eigenständige Wiki-Einträge.