Principle Agent Problem

Das Principle Agent Problem beschreibt den strukturellen Interessenkonflikt, der entsteht, wenn ein Vermögensinhaber (Prinzipal) die Verwaltung seines Vermögens ganz oder teilweise an einen Beauftragten (Agent) – etwa ein Family Office, einen Vermögensverwalter oder Berater – delegiert. Obwohl der Agent im Interesse des Prinzipals handeln soll, besteht die Gefahr, dass er eigene Interessen verfolgt – etwa durch intransparente Gebühren, verdeckte Produktprovisionen oder risikobehaftete Entscheidungen zur Leistungsoptimierung.

Ursachen

Typische Ursachen dieses Problems sind:

  • Informationsasymmetrien: Der Agent verfügt über mehr Fachwissen oder Marktzugang als der Prinzipal.
  • Mangelnde Kontrolle: Der Prinzipal kann das Verhalten des Agenten nur eingeschränkt überwachen.
  • Anreizkonflikte: Der Agent hat wirtschaftliche Vorteile durch bestimmte Entscheidungen, die nicht im besten Interesse des Prinzipals liegen.

Maßnahmen

Das Principle Agent Problem lässt sich im Family Office Umfeld u.a. durch folgende Maßnahmen begrenzen:

  • Klare Mandatsdefinitionen und Vergütungsmodelle, die Interessenkonflikte minimieren (z.B. Honorar statt Provision),
  • Transparente Berichterstattung über Kosten, Performance und Risiken,
  • Unabhängige Kontrolle, etwa durch interne Revision, Investment-Controlling oder Beiräte,
  • Offenlegung aller wirtschaftlichen Verflechtungen und potenzieller Interessenkonflikte.

Ein professionell geführtes Family Office achtet darauf, das Principle Agent Problem durch Governance, Kommunikation und ethische Standards aktiv zu begrenzen, um das Vertrauen der Familie zu sichern und langfristig tragfähige Strukturen aufzubauen.

Stand: 08.11.2025 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Franziska Strauch