Verhältnis von Vermögensinhaber und Family Office
Das Verhältnis von Vermögensinhaber und Family Office ist geprägt von Vertrauen, Verantwortung und klarer Rollenverteilung. Der Vermögensinhaber bleibt stets der wirtschaftlich Berechtigte und strategische Entscheider, während das Family Office als verlängerter Arm und professioneller Dienstleister agiert.
Prozesse
Ein funktionierendes Verhältnis basiert auf klaren Prozessen, schriftlich fixierten Mandaten, regelmäßiger Kommunikation und gegenseitigem Respekt. Je nach familiärer Struktur und Governance kann die Steuerung über eine Einzelperson, ein Beiratsgremium oder ein Familienrat erfolgen. Ziel ist eine dauerhafte, belastbare und generationenfähige Zusammenarbeit, in der das Family Office als professioneller Begleiter und Ermöglicher wirkt – nicht als Ersatz für familiäre Verantwortung.
Einzelne Aspekte
Eine besondere Bedeutung kommt dem Verhältnis zwischen Familienunternehmen zum Family Office, der Entwicklung eines Vermögensinhabers vom Unternehmer zum Investor, die Beteiligung des Vermögensinhabers an Investmententscheidungen und der Einbindung der NextGen zu.
Interessenskonflikte zwischen Vermögensinhaber und Family Office sollten vermieden werden. Die Vermeidung und Begegnung von Konflikten sind essenziell für eine nachhaltige, vertrauensvolle und professionelle Zusammenarbeit.
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Familienunternehmen & Family Office
Das Verhältnis vom Familienunternehmen zum Family Office ist geprägt von einer engen, aber funktional getrennten Verbindung. Beide Einheiten müssen aufeinander abgestimmt sein.
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Vom Unternehmer zum Investor
Der Übergang vom Unternehmer zum Investor markiert einen tiefgreifenden Rollenwandel: Statt unternehmerischer Führung steht künftig die strategische Verwaltung des Familienvermögens im Vordergrund. Diese Transformation tritt häufig nach einem Unternehmensverkauf oder einem Generationenwechsel ein.
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Beteiligung an Investment Entscheidungen
Die Beteiligung des Vermögensinhabers an Investment-Entscheidungen ist ein zentraler Aspekt der Vermögenssteuerung. Je nach Persönlichkeit, Erfahrung und familiärer Governance variiert der Grad der Einbindung stark: von der aktiven Steuerung einzelner Investments bis hin zur delegierten Verantwortung an ein Investmentkomitee oder das Family Office.
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Das Family Office aus Sicht der NextGen
Für die nachfolgende Generation (NextGen) ist das Family Office ein zentraler Ansprechpartner, Bildungsraum und strategischer Begleiter auf dem Weg zur Übernahme von Verantwortung innerhalb der Familie. Die Wahrnehmung und Einbindung der NextGen ist entscheidend für die langfristige Stabilität und Generationenfähigkeit der Vermögensstruktur.
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Principle Agent Problem
Das Principle Agent Problem beschreibt den strukturellen Interessenkonflikt, der entsteht, wenn ein Vermögensinhaber (Prinzipal) die Verwaltung seines Vermögens ganz oder teilweise an einen Beauftragten (Agent) – etwa ein Family Office, einen Vermögensverwalter oder Berater – delegiert. Obwohl der Agent im Interesse des Prinzipals handeln soll, besteht die Gefahr, dass er eigene Interessen verfolgt – etwa durch intransparente Gebühren, verdeckte Produktprovisionen oder risikobehaftete Entscheidungen zur Leistungsoptimierung.
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Konfliktmanagement
Konfliktmanagement zwischen Vermögensinhaber und Family Office ist essenziell für eine nachhaltige, vertrauensvolle und professionelle Zusammenarbeit. Konflikte können durch unterschiedliche Erwartungshaltungen, mangelnde Kommunikation, unklare Rollenverteilung oder fehlende Transparenz – insbesondere bei komplexen Vermögensstrukturen, Generationenwechseln oder sensiblen Entscheidungen entstehen.