Bewertung

Bewertung bezeichnet die systematische Einschätzung des wirtschaftlichen Werts von Vermögenswerten, Unternehmen oder Investitionen. Sie ist ein zentrales Element der Vermögensanlage, da sie die Grundlage für Anlageentscheidungen, Performancebeurteilungen und Risikoeinschätzungen bildet. Ziel der Bewertung ist es, den aktuellen Marktpreis einer Anlage mit ihrem ökonomisch begründeten Wert in Beziehung zu setzen und potenzielle Über- oder Unterbewertungen zu identifizieren.

Bewertungskennzahlen

Ein zentraler Bereich der Bewertung sind Bewertungskennzahlen. Sie ermöglichen eine vergleichsweise einfache und standardisierte Einordnung von Wertpapieren, insbesondere von Aktien. Zu den bekanntesten Kennzahlen zählen das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), die Dividendenrendite oder das Kurs-Cashflow-Verhältnis. Bewertungskennzahlen eignen sich vor allem für relative Vergleiche – etwa zwischen Unternehmen derselben Branche, über Zeiträume hinweg oder im Vergleich zu Marktindizes. Ihre Aussagekraft hängt jedoch stark von der Qualität der zugrunde liegenden Daten und vom wirtschaftlichen Umfeld ab.

Bewertungsmodelle

Ergänzend dazu kommen Bewertungsmodelle zum Einsatz, die einen theoretisch fundierten Unternehmenswert ableiten. Dazu zählen insbesondere Discounted-Cashflow-Modelle (DCF), Ertragswertverfahren oder kapitalmarktorientierte Modelle wie das Capital Asset Pricing Model (CAPM) im Kontext der Renditeanforderung. Bewertungsmodelle berücksichtigen zukünftige Zahlungsströme, Kapitalkosten, Wachstumsannahmen und Risikoprämien. Sie sind komplexer als Kennzahlen, ermöglichen jedoch eine tiefergehende Analyse des inneren Werts einer Investition.

Unternehmensbewertung

Die Unternehmensbewertung bildet einen eigenen Schwerpunkt innerhalb der Bewertung. Sie ist relevant bei Direktbeteiligungen, Private-Equity-Investments, Nachfolgeregelungen, M&A-Transaktionen oder strategischen Vermögensentscheidungen. Neben quantitativen Methoden spielen hier qualitative Faktoren wie Geschäftsmodell, Marktposition, Managementqualität oder regulatorische Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle.

In der Vermögensanlage dient Bewertung nicht der punktuellen Preisfindung, sondern der kontinuierlichen Einordnung von Vermögenswerten. Sie unterstützt die Strukturierung von Portfolios, die Steuerung von Risiken und die fundierte Beurteilung langfristiger Wertpotenziale.

Stand: 13.12.2025 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Dr. Robert Strauch