Capital Asset Pricing Model (CAPM)

Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) ist ein grundlegendes Kapitalmarktmodell der modernen Kapitalmarkttheorie und ein zentrales Instrument der Portfoliotheorie. Es erklärt die Renditeerwartung eines Investments in Abhängigkeit vom systematischen Marktrisiko und dient damit der Bewertung von Aktien, Unternehmen, Portfolios und anderen Anlagen. Das CAPM basiert auf der Annahme, dass Anleger nur für Risiken entschädigt werden, die nicht diversifizierbar sind. Zudem wird unterstellt, dass alle rationalen Investoren ein gemeinsames Marktportefeuille halten.

Formel

Die zentrale Formel lautet:
Erwartete Rendite = Risikoloser Zinssatz + Betafaktor × (Marktrendite – risikoloser Zinssatz)

Der Betafaktor misst als zentraler Faktor, wie sensibel ein Investment auf Marktschwankungen reagiert. Die Differenz zwischen Marktrendite und risikolosen Zinsen bildet die Marktrisikoprämie. Die erwartete Rendite ist damit direkt an die Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich Risiko und Kapitalmarktentwicklung geknüpft.

Kapitalmarkttheoretische Bezüge

Aus dem CAPM ergeben sich zwei wichtige Linien:

  • die Wertpapierlinie (Security Market Line), die das Verhältnis von Risiko und Rendite einzelner Wertpapiere beschreibt,
  • die Kapitalmarktlinie (Capital Market Line), die effiziente Kombinationen aus risikolosen Anlagen und dem Marktportfolio darstellt.

In der Unternehmensbewertung dient das CAPM der Ableitung der Eigenkapitalkosten; im Investmentprozess unterstützt es die Analyse von aktiven Managern (z.B. über Jensen’s Alpha) sowie die Beurteilung der Angemessenheit von Risikoprämien. Für Family Offices, (institutionelle) Anleger und Unternehmen bleibt das Modell trotz vereinfachender Annahmen ein zentrales Werkzeug, um Risiko, Portfolio-Struktur, Wert und Rendite systematisch miteinander zu verknüpfen.

Stand: 03.12.2025 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Dr. Robert Strauch