Aktives versus passives Portfoliomanagement

Aktives vs. passives Portfoliomanagement beschreibt zwei grundlegende Ansätze in der Steuerung von Portfolios und der Umsetzung einer Anlagestrategie. Beide verfolgen das Ziel, das Vermögen effizient über verschiedene Anlageklassen und Märkte zu strukturieren, unterscheiden sich jedoch im Vorgehen, im Risikomanagement und in der Zielsetzung.

Aktives Portfoliomanagement

Beim aktiven Portfoliomanagement versucht der Portfoliomanager, durch gezielte Analyse, Anlageentscheidungen und eine dynamische Steuerung der Portfolios eine Überrendite gegenüber einem Vergleichsmaßstab (z.B. einem Aktienindex) zu erzielen. Grundlage sind oft detaillierte Markt-, Unternehmens- und Fundamentalanalysen, kombiniert mit quantitativen Modellen der Portfoliotheorie. Durch die Auswahl von einzelnen Anlagen Wertpapieren (Stock Picking) und zeitlich abgestimmte Kauf- und Verkaufsentscheidungen (Market Timing) soll eine höhere Rendite erzielt werden als die des Marktes. Der aktive Ansatz ermöglicht zudem eine gezielte Steuerung von Risiken, die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien (ESG) sowie individuelle Präferenzen der Anleger. Allerdings erfordert diese Form des Portfoliomanagements hohe Expertise, laufende Marktbeobachtung und führt meist zu höheren Fonds- und Verwaltungskosten.

Passives Portfoliomanagement

Das passive Portfoliomanagement verfolgt dagegen das Ziel, die Wertentwicklung eines Marktindex möglichst exakt und kosteneffizient abzubilden. Dabei werden ETFs oder Indexfonds eingesetzt, um die Struktur eines Marktes oder einer Aktienklasse direkt zu replizieren. Eine aktive Steuerung einzelner Positionen findet nicht statt; der Fokus liegt auf breiter Diversifikation, Transparenz und geringen Kosten.

Kombination

Viele Family Offices bzw. Vermögensverwalter kombinieren beide Ansätze im Rahmen einer Core-Satellite-Strategie: Der Kern des Portfolios wird passiv verwaltet, um Stabilität und Kosteneffizienz zu gewährleisten, während renditeorientierte Satelliten aktiv gemanagt werden. Diese hybride Strategie vereint die Vorteile beider Welten – kosteneffiziente Marktpartizipation und gezielte Chancen auf Überrendite durch aktives Management. Die Entscheidung für das jeweilige Modell hängt letztlich von den Renditezielen, der Markteinschätzung und der Risikobereitschaft der Familie ab.

Stand: 08.11.2025 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Dr. Robert Strauch