Asset Klassen

Asset Klassen (auch Anlageklassen) bilden die grundlegende Systematik zur Strukturierung von Vermögen und sind ein zentrales Ordnungsprinzip der professionellen Vermögensanlage. Sie fassen einzelne Anlagen, Wertpapiere und Investments zu Gruppen zusammen, die vergleichbare ökonomische Eigenschaften aufweisen – insbesondere im Hinblick auf Renditeerwartung, Risiko, Liquidität, Zinsen, Bonität der Emittenten und Reaktion auf Marktveränderungen. Für Privatanleger und institutionelle Anleger sind Asset Klassen die Basis jeder strategischen Vermögensallokation.

Liquide Assets

Zu den klassischen Asset Klassen bzw. zu den liquiden Assets zählen insbesondere Aktien, Anleihen (einschließlich Staatsanleihen) sowie Geldmarktinstrumente. Aktien stehen für unternehmerische Beteiligungen mit langfristigen Renditechancen, gehen jedoch mit höheren Kursschwankungen und einer entsprechenden Risikoprämie einher. Anleihen und geldmarktnahe Anlagen gelten im Vergleich als risikoärmer, reagieren jedoch sensibel auf Zinsänderungen und die Bonität der Emittenten. Sie dienen häufig der Stabilisierung des Portfolios und der Steuerung laufender Erträge.

Investmentfonds bündeln einzelne Vermögenswerte oder Wertpapiere und ermöglichen eine breite Streuung von Geld über verschiedene Anlageformen hinweg. Sie erleichtern den Zugang zu unterschiedlichen Märkten und Asset Klassen wie Aktien und Anleihen und unterstützen eine effiziente Diversifikation.

Immobilien

Immobilien und Immobilienfonds verbinden laufende Einnahmen mit Substanzwerten, sind jedoch in der Regel weniger liquide und werden daher typischerweise zu den illiquiden Anlagen gezählt.

Alternative Anlageklassen

Daneben gewinnen alternative Asset Klassen an Bedeutung, etwa Hedgefonds, Private Equity, Infrastruktur oder Rohstoffe wie z.B. Gold oder Öl. Diese Investments weisen oft eine geringere Korrelation zu traditionellen Kapitalmarktanlagen auf und können zusätzliche Renditechancen eröffnen. Gleichzeitig sind sie komplexer, langfristiger gebunden und erfordern eine höhere Risikotragfähigkeit sowie eine klare Risikoeinstellung.

Diversifikation

Die bewusste Kombination verschiedener Asset Klassen ist ein zentrales Instrument zur Steuerung von Risiko und Rendite. Durch gezielte Streuung über Anlageklassen mit unterschiedlichen Ertragsquellen, Zinsabhängigkeiten und Risikoprofilen lassen sich Risiken reduzieren, ohne auf langfristige Renditepotenziale zu verzichten. Die konkrete Gewichtung orientiert sich an Zielen, Anlagehorizont, Liquiditätsbedarf und individueller Risikoeinstellung der Vermögensinhaber.

Die nachfolgende Untergliederung stellt die einzelnen Asset Klassen systematisch dar. Sie erläutert deren Eigenschaften, typische Einsatzbereiche sowie ihren Beitrag zu Rendite, Risikosteuerung und langfristiger Vermögensentwicklung.

Stand: 14.12.2025 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Dr. Robert Strauch

  • Liquide Assets

    Liquide Assets bilden den kurzfristig verfügbaren und flexibel einsetzbaren Teil eines Vermögens. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie jederzeit oder innerhalb sehr kurzer Zeit zu marktgerechten Preisen veräußert oder genutzt werden können. In der Vermögensanlage spielen liquide Assets eine zentrale Rolle, da sie Handlungsfähigkeit sichern, Zahlungsströme abdecken und die Grundlage für taktische Entscheidungen und Rebalancing-Prozesse bilden.

  • Sichteinlagen

    Sichteinlagen sind jederzeit verfügbare Bankguthaben, über die der Kontoinhaber ohne Kündigungsfrist verfügen kann. Typische Formen sind Girokonten und Tagesgeldkonten, die bei einem Kreditinstitut geführt werden. Im Unterschied zu Termineinlagen oder Spareinlagen besitzen Sichteinlagen keine feste Laufzeit und sind jederzeit fällig. Sie zählen damit zu den klassisch liquiden Assets und werden vor allem zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit, zur Abwicklung laufender Zahlungen oder als kurzfristig verfügbares Sichtguthaben genutzt.

  • Geldmarktinstrumente

    Geldmarktinstrumente sind kurzfristige, verzinsliche Anlageformen mit einer Laufzeit von in der Regel bis zu einem Jahr. Sie dienen der sicheren und liquiden Anlage überschüssiger Mittel und gehören zur Kategorie der liquiden Assets. Typische Geldmarktinstrumente sind Termingelder, Commercial Papers, Schatzwechsel, Einlagenzertifikate und kurzfristige Anleihen hoher Bonität.

  • Anleihen

    Anleihen (auch Schuldverschreibungen, Rentenpapiere oder Bonds) sind festverzinsliche Wertpapiere des Kapitalmarkts, mit denen Staaten, Unternehmen, Banken oder supranationale Institutionen Fremdkapital aufnehmen. Der Anleger fungiert als Gläubiger und stellt dem Emittenten beziehungsweise Schuldner Geld für eine definierte Laufzeit zur Verfügung. Im Gegenzug erhält er regelmäßige Zinszahlungen (Kuponzahlungen) sowie die Rückzahlung des Nominalwerts am Ende der Laufzeit bzw. bei Fälligkeit. Die Verzinsung wird meist als jährlicher Zinssatz in Prozent angegeben und wird in der Regeln in Abhängigkeit des Marktzinsniveaus bestimmt.

  • Aktien

    Aktien sind Wertpapiere, die einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft verbriefen. Mit dem Kauf von Aktien werden Anleger zu Aktionären und beteiligen sich unmittelbar am wirtschaftlichen Erfolg, aber auch am Risiko eines Unternehmens. Die rechtliche Grundlage bildet in Deutschland das Aktiengesetz (AktG). Aktien werden an der Börse gehandelt, etwa über Xetra oder andere Börsensegmente, und sind ein zentrales Element des Aktienmarkts.

  • ETF

    ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Investmentfonds, die die Wertentwicklung eines Index möglichst exakt abbilden. Sie werden daher auch als Indexfonds bezeichnet. Ziel der Indexnachbildung ist es, die Rendite eines definierten Marktes oder einer Anlageklasse – etwa eines Aktienindex wie DAX oder MSCI World – kosteneffizient und transparent nachzuvollziehen. ETFs gehören zu den passiven Anlageformen, da kein aktives Fondsmanagement zur Auswahl einzelner Wertpapiere erfolgt.

  • Investmentfonds

    Investmentfonds sind kollektive Anlagevehikel, bei denen das Vermögen vieler Anleger gebündelt und nach einer definierten Anlagestrategie investiert wird. Investmentfonds investieren je nach Ausgestaltung in unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe.

     

  • Devisen

    Devisen bezeichnen auf Fremdwährungen lautende Zahlungsmittel und Forderungen, die im internationalen Zahlungsverkehr und im Devisenhandel verwendet werden. Dazu zählen insbesondere Guthaben, Sichteinlagen, Schecks oder kurzfristige Forderungen bei Kreditinstituten in ausländischer Währung. Der Handel mit Devisen findet überwiegend am Devisenmarkt statt, einem globalen, dezentral organisierten Markt, der über Banken, Devisenhändler, Börsen und elektronische Handelssysteme abgewickelt wird.

  • Semi-liquide Assets

    Semi-liquide Assets nehmen eine Zwischenstellung zwischen täglich handelbaren liquiden Anlagen und langfristig gebundenen illiquiden Investments ein. Sie sind grundsätzlich veräußerbar, unterliegen jedoch Einschränkungen hinsichtlich Handelbarkeit, Rückgabefristen, Markttransparenz oder Preisfindung. Für die Vermögensanlage stellen semi-liquide Assets eine wichtige Ergänzung dar, da sie häufig höhere Renditepotenziale als klassische liquide Anlagen bieten, ohne die vollständige Kapitalbindung illiquider Strukturen zu erfordern.

  • Offene Immobilienfonds

    Offene Immobilienfonds sind eine Form von Investmentfonds, die Anlegern den Zugang zum professionell gemanagten Immobilienmarkt ermöglichen. Sie investieren das eingesammelte Geld der Anleger in ein breit gestreutes Portfolio aus Immobilien wie Bürogebäuden, Einzelhandelsobjekten oder Wohnimmobilien. Die Fonds werden von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft (auch Fondsgesellschaft oder früher Kapitalanlagegesellschaft) gemäß den Vorgaben des KAGB verwaltet.

  • High Yield Anleihen

    High Yield Anleihen – auch Hochzinsanleihen oder zum Teil auch „Junk Bonds“ genannt – sind Anleihen von Emittenten mit unterdurchschnittlicher Bonität. Aufgrund des erhöhten Ausfallrisikos bieten diese Unternehmensanleihen eine höhere Verzinsung (Yield) als Investment-Grade-Anleihen oder viele Staatsanleihen. Das Segment richtet sich an Anleger, die bewusst ein höheres Risiko eingehen, um eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen.

  • Zertifikate

    Zertifikate sind strukturierte Finanzprodukte und zählen rechtlich zu den Inhaberschuldverschreibungen. Sie werden von Emittenten – meist Banken – begeben und ermöglichen Anlegern, an der Wertentwicklung eines bestimmten Basiswerts zu partizipieren. Als Basiswert können Aktien, Indizes, Anleihen, Rohstoffe oder Zinsinstrumente dienen. Zertifikate gehören zu den derivativen Wertpapieren, da ihre Kursentwicklung vom zugrunde liegenden Markt abhängt.

  • Publikums-AIFs

    Publikums-AIFs (Alternative Investmentfonds) sind regulierte Investmentvehikel, die in alternative Anlageklassen investieren – etwa Immobilien, Infrastruktur, Private Equity – und sich an breite Anlegergruppen richten. Sie unterliegen dem deutschen Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) und müssen strenge Anforderungen hinsichtlich Transparenz, Risikosteuerung, Vertrieb und Verwahrung erfüllen.

  • Alternative Investments

    Alternative Investments umfassen Anlageformen, die über klassische Kapitalanlagen wie Aktien, Anleihen oder traditionelle Investmentfonds hinausgehen. Sie bilden eigenständige Assetklassen und werden von Anlegern und Vermögensverwaltern gezielt eingesetzt, um Renditechancen zu erweitern, Diversifikation zu verbessern und Portfolios robuster gegenüber Marktverwerfungen zu gestalten. Typischerweise zählen dazu Beteiligungen, Sachwerte und spezialisierte Fondsstrukturen mit längeren Kapitalbindungsdauern und spezifischen Risikoklassen.

  • Private Equity

    Private Equity (PE) bezeichnet eine Anlageklasse, bei der Investoren über spezialisierte Fonds oder Beteiligungsgesellschaften Eigenkapital oder eigenkapitalähnliches Kapital in nicht börsennotierte Unternehmen investieren. Ziel ist es, durch aktive Einflussnahme, strategische Weiterentwicklung und Wachstum des Unternehmens eine attraktive Rendite zu erzielen. Private Equity zählt zu den alternativen Kapitalanlagen und wird häufig als Beimischung in diversifizierten Portfolios genutzt.

  • Venture Capital

    Venture Capital (VC), auch als Wagniskapital oder Risikokapital bezeichnet, ist eine spezielle Form der Eigenkapitalfinanzierung für junge, innovative Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Venture-Capital-Investoren treten als Eigenkapitalgeber auf und beteiligen sich über Beteiligungsverträge direkt am Unternehmen. Zielgruppe sind vor allem Startups und Wachstumsunternehmen, deren Geschäftsmodell, Geschäftsidee oder technologische Innovation sich noch in einer frühen Phase befindet und die keinen Zugang zu klassischen Bankfinanzierungen haben.

  • Private Debt

    Private Debt bezeichnet nicht börsennotierte Fremdkapitalfinanzierungen in Unternehmen, Projekte oder Vermögenswerte und stellt eine eigenständige Anlageklasse innerhalb alternativer Kapitalanlagen dar. Investoren treten dabei als Kreditgeber außerhalb des klassischen Bankensektors auf und ersetzen oder ergänzen die Kreditvergabe durch Bankkredite. Typische Instrumente sind Darlehen, Mezzanine-Kapital, Unitranche-Finanzierungen oder asset-backed Schuldtitel. Die Rückzahlung erfolgt in der Regel über feste Zinsen und Tilgungen über mehrere Jahre, teilweise ergänzt um Equity-ähnliche Beteiligungskomponenten.

  • Hedgefonds

    Hedgefonds setzen eine breite Palette aktiver und oft komplexer Anlagestrategien ein, um unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung Rendite zu erzielen (absolute return Strategien). Im Unterschied zu klassischen Investmentfonds sind Hedgefonds nicht auf steigende Märkte beschränkt, sondern können auch in fallenden Märkten Gewinne anstreben. Zu den typischen Instrumenten zählen Leerverkäufe, der Einsatz von Derivaten, Fremdkapital sowie gezielter Leverage zur Verstärkung des Hebeleffekts.

  • Immobilien

    Immobilien stellen eine eigenständige und bedeutende Assetklasse in der Vermögensanlage dar. Sie umfassen sowohl direkte Investitionen in Wohn-, Gewerbe- oder Spezialimmobilien als auch indirekte Anlagen über Immobilienfonds oder börsennotierte Vehikel. Charakteristisch für Immobilien ist die Kombination aus laufenden Erträgen, etwa durch Mieteinnahmen, und langfristigem Wertentwicklungspotenzial. Damit nehmen sie eine wichtige Rolle in der strategischen Asset Allocation vieler Anleger ein.

  • Land- und Forstwirtschaft

    Land- und Forstwirtschaft ist eine alternative Anlageklasse, bei der in landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzte Flächen bzw. Betriebe investiert wird. Sie dient der Diversifikation, dem Inflationsschutz, der wertstabilen Sachwertanlage und – je nach Region – der regelmäßigen Einnahmegenerierung durch Pacht, Holzverkauf oder landwirtschaftliche Erträge

  • Infrastruktur

    Infrastrukturinvestments umfassen Beteiligungen an essenziellen Versorgungs- und Netzstrukturen wie Energieerzeugung und -verteilung, Transport- und Verkehrsnetzen, Wasser- und Abwassersystemen sowie Telekommunikationsinfrastruktur. Diese Anlageklasse zeichnet sich durch langfristige, vergleichsweise stabile und häufig inflationsgeschützte Cashflows aus, da viele Einnahmen entweder reguliert sind oder auf langfristigen Nutzungs- und Konzessionsverträgen beruhen. In vielen Fällen bestehen zudem staatsnahe Strukturen oder implizite staatliche Unterstützungen.

  • Rohstoffe

    Rohstoffe (Commodities) sind physische Güter, die als eigenständige Anlageklasse in der Vermögensanlage eingesetzt werden. Dazu zählen Energierohstoffe wie Öl, Erdgas, Kohle und andere Energieträger, Industriemetalle und Industrierohstoffe wie Kupfer sowie Edelmetalle wie Gold, Silber oder Platin. Ergänzt werden sie durch Agrarrohstoffe und weitere natürliche Ressourcen, deren Gewinnung auf begrenzten Vorkommen der Erde beruht.

  • Kunst

    Kunst ist eine alternative Anlageklasse, die neben finanziellen Aspekten auch emotionale, kulturelle und ideelle Werte vereint. Kunst spielt sowohl als Bestandteil bestehender Sammlungen als auch als gezielte Kapitalanlage mit langfristigem Wertpotenzial eine Rolle. Investiert wird typischerweise in Gemälde, Skulpturen, Fotografien oder andere Werke etablierter oder aufstrebender Künstler, deren Marktakzeptanz und Provenienz nachvollziehbar sind.

  • Krypto-Assets

    Krypto-Assets sind digitale Vermögenswerte, die auf dezentralen Technologien wie der Blockchain basieren. Zu den bekanntesten Krypto-Assets zählen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum, daneben existieren zahlreiche weitere Coins und Token mit unterschiedlichen Funktionen. Im Kern ermöglichen diese Digitalwährungen direkte Transaktionen zwischen Teilnehmern eines Netzwerks, ohne dass zentrale Intermediäre wie Banken erforderlich sind. Die Sicherheit wird durch Kryptografie, private Schlüssel und ein verteiltes Netzwerk gewährleistet.

  • Luxusgüter

    Luxusgüter gelten als besondere Form alternativer Sachwertanlagen und umfassen hochwertige, knappe und meist international gehandelte Güter wie Uhren, Schmuck, Oldtimer, Yachten, seltene Weine, Spirituosen, Designobjekte oder exklusive Modeartikel. In der Vermögensanlage werden Luxusgüter nicht primär wegen laufender Erträge, sondern aufgrund ihres potenziellen Wertsteigerungspotenzials, ihrer physischen Knappheit und ihres Status als inflationsresistenter Sachwert gehalten.

  • Derivate

    Derivate sind Finanzinstrumente, deren Wertentwicklung sich von einem zugrunde liegenden Basiswert (Underlying) ableitet. Dieser Basiswert kann eine Aktie, Anleihen, Indizes, Rohstoffe, Währungen, Zinssätze oder andere Vermögenswerte umfassen. Derivate zählen zu den Termingeschäften, da Preis, Laufzeit und weitere Vertragsbedingungen im Voraus festgelegt werden. Sie stehen damit im Gegensatz zum Kassageschäft (Kassamarkt), bei dem Kauf und Lieferung sofort erfolgen.