Marktzyklen
Marktzyklen beschreiben wiederkehrende Phasen der Entwicklung an Finanzmärkten, in denen sich Preise, Bewertungen und Erwartungen der Marktteilnehmer systematisch verändern. Sie spiegeln das Zusammenspiel von wirtschaftlicher Entwicklung, Geldpolitik, Unternehmensgewinnen, Liquidität und Marktstimmung wider. Für Anleger und Family Offices sind Marktzyklen ein zentrales Analyseinstrument, um Risiken, Chancen und das Timing von Investitionen besser einzuordnen.
Die einzelnen Marktphasen
Typischerweise werden Marktzyklen in mehrere Phasen unterteilt. In der Aufschwungphase steigen wirtschaftliche Aktivität, Gewinne und Investitionen, was häufig zu steigenden Kursen an Aktien- und Kreditmärkten führt. Es folgt eine Hochphase, in der Bewertungen ambitioniert werden, Risiken zunehmen und das Wachstum an Dynamik verliert. In der Abschwung- oder Korrekturphase kommt es zu fallenden Kursen, erhöhter Volatilität und einer Neubewertung von Risiken. Den Abschluss bildet die Erholungsphase, in der sich Märkte stabilisieren und die Grundlage für einen neuen Zyklus entsteht.
Marktzyklen verlaufen nicht exakt vorhersehbar und unterscheiden sich je nach Marktsegment, Region und Assetklasse. Aktienmärkte, Anleihemärkte, Immobilienmärkte oder Rohstoffmärkte können sich in unterschiedlichen Zyklusphasen befinden. Zudem überlagern sich kurzfristige Marktzyklen mit langfristigen Konjunktur- und Strukturzyklen.
Bedeutung für die Vermögensanlage
In der Vermögensanlage dienen Marktzyklen nicht der kurzfristigen Prognose, sondern der strategischen Einordnung. Sie helfen, Allokationsentscheidungen zu reflektieren, Risikobudgets anzupassen und antizyklische Handlungsoptionen zu prüfen. Eine bewusste Auseinandersetzung mit Marktzyklen unterstützt realistische Erwartungen, disziplinierte Entscheidungsprozesse und eine langfristig robuste Vermögenssteuerung.