Volatilität
Volatilität (Englisch Volatility) beschreibt die Intensität und Häufigkeit von Kursschwankungen an den Märkten und ist eine zentrale Risikokennzahl der Kapitalanlage. Sie misst, wie stark die Preise und Werte von Aktien, Anleihen, ETFs, Fonds und anderen Wertpapieren innerhalb eines bestimmten Zeitraums um ihren Mittelwert variieren. Eine hohe Volatilität weist auf große Unsicherheit, potenzielle Verluste, aber auch auf erhöhte Gewinne bzw. Chancen hin, während geringe Volatilität relativ stabile Preisverläufe widerspiegelt. Üblicherweise wird Volatilität in Prozent pro Jahr ausgedrückt.
Definition, Berechnung & Aussagekraft
Die klassische Definition beruht auf der Standardabweichung der Renditen. Diese mathematische Formel bildet das zentrale Verfahren zur Berechnung, indem sie die Abweichungen der einzelnen Kurse vom Durchschnittswert ermittelt. Damit gilt Volatilität als objektives Risikomaß, das weder die Richtung der Bewegung noch deren Ursachen bewertet. Insbesondere an der Börse reagieren die Aktienmärkte empfindlich auf neue Informationen, wirtschaftliche Entwicklungen, Veränderungen der Zinssätze, geopolitische Ereignisse oder Erwartungen der Marktteilnehmer – Faktoren, die zu deutlichen Schwankungen in der Preisbildung führen können.
Historische versus implizite Volatilität
Man unterscheidet zwischen historischer Volatilität, die vergangene Daten analysiert, und impliziter Volatilität, die über Optionspreise die erwartete Schwankungsbreite eines Basiswertes in der Zukunft misst. Ein bedeutender Indikator ist der VIX-Index, der als Barometer künftiger Marktunsicherheit gilt und aufzeigt, wie risikoreich Anleger die kommenden Wochen einschätzen.
Bedeutung für die Vermögenssteuerung
Für die Vermögenssteuerung hat Volatilität eine besondere Bedeutung. In der Portfolioanalyse dient sie zur Bewertung des Rendite-Risiko-Verhältnisses und bildet die Grundlage für Kennzahlen wie Sharpe Ratio oder Value at Risk. Gerade in Aktienportfolios, deren Preise oft dynamisch auf Marktveränderungen reagieren, spielt die Volatilität eine entscheidende Rolle bei der Beurteilung der Stabilität und möglichen Risikoexponierung.
Family Offices / Vermögensverwalter nutzen Volatilität zur strategischen Allokation, zur Identifikation von Risiken und zur Überwachung von Marktbewegungen. Da illiquide Anlagen – etwa Private Markets – aufgrund geringerer Handelshäufigkeit oft niedriger erscheinende Volatilitäten aufweisen, ergänzen professionelle Anleger die reine Formel-Berechnung durch qualitative Verfahren wie Szenarioanalysen, Stresstests oder Liquiditätsanalysen, um Veränderungen der tatsächlichen Risikolage korrekt zu erfassen.