Alternative Investments

Alternative Investments umfassen Anlageformen, die über klassische Kapitalanlagen wie Aktien, Anleihen oder traditionelle Investmentfonds hinausgehen. Sie bilden eigenständige Assetklassen und werden von Anlegern und Vermögensverwaltern gezielt eingesetzt, um Renditechancen zu erweitern, Diversifikation zu verbessern und Portfolios robuster gegenüber Marktverwerfungen zu gestalten. Typischerweise zählen dazu Beteiligungen, Sachwerte und spezialisierte Fondsstrukturen mit längeren Kapitalbindungsdauern und spezifischen Risikoklassen.

Merkmale alternativer Investments

Im Gegensatz zu liquiden Anlageformen weisen Alternative Investments häufig eingeschränkte Liquidität, komplexere Fondsstrukturierung und höhere Anforderungen an Analyse, Management und Regulierung auf. Viele dieser Anlagen werden über regulierte Vehikel wie AIFs oder ELTIFs strukturiert und unterliegen in Deutschland dem KAGB. Dadurch erhalten auch Privatanleger und institutionelle Investoren Zugang zu alternativen Investmentvermögen, die früher überwiegend professionellen Investoren vorbehalten waren.

Investmentformen und Bedeutung in der Vermögensanlage

Alternative Investments können sowohl als Fondsinvestments als auch als Direktbeteiligung erfolgen. Ziel ist es, durch unterschiedliche Anlagestrategien, Cashflow-Profile und geringe Korrelationen zu traditionellen Anlageklassen eine breitere Diversifizierung zu erreichen und zusätzliche Renditequellen zu erschließen.

Gleichzeitig gehen Alternative Investments mit spezifischen Risiken einher, etwa längeren Kapitalbindungen, geringerer Transparenz oder komplexen Bewertungsansätzen. Daher spielen professionelles Management, sorgfältige Auswahl der Manager und eine klare Einordnung in die Gesamtstrategie der Kapitalanlagen eine zentrale Rolle.

Die folgenden Unterpunkte geben einen systematischen Überblick über die wichtigsten Formen alternativer Anlagen:

Stand: 14.12.2025 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Dr. Robert Strauch

  • Private Equity

    Private Equity (PE) bezeichnet eine Anlageklasse, bei der Investoren über spezialisierte Fonds oder Beteiligungsgesellschaften Eigenkapital oder eigenkapitalähnliches Kapital in nicht börsennotierte Unternehmen investieren. Ziel ist es, durch aktive Einflussnahme, strategische Weiterentwicklung und Wachstum des Unternehmens eine attraktive Rendite zu erzielen. Private Equity zählt zu den alternativen Kapitalanlagen und wird häufig als Beimischung in diversifizierten Portfolios genutzt.

  • Venture Capital

    Venture Capital (VC), auch als Wagniskapital oder Risikokapital bezeichnet, ist eine spezielle Form der Eigenkapitalfinanzierung für junge, innovative Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Venture-Capital-Investoren treten als Eigenkapitalgeber auf und beteiligen sich über Beteiligungsverträge direkt am Unternehmen. Zielgruppe sind vor allem Startups und Wachstumsunternehmen, deren Geschäftsmodell, Geschäftsidee oder technologische Innovation sich noch in einer frühen Phase befindet und die keinen Zugang zu klassischen Bankfinanzierungen haben.

  • Private Debt

    Private Debt bezeichnet nicht börsennotierte Fremdkapitalfinanzierungen in Unternehmen, Projekte oder Vermögenswerte und stellt eine eigenständige Anlageklasse innerhalb alternativer Kapitalanlagen dar. Investoren treten dabei als Kreditgeber außerhalb des klassischen Bankensektors auf und ersetzen oder ergänzen die Kreditvergabe durch Bankkredite. Typische Instrumente sind Darlehen, Mezzanine-Kapital, Unitranche-Finanzierungen oder asset-backed Schuldtitel. Die Rückzahlung erfolgt in der Regel über feste Zinsen und Tilgungen über mehrere Jahre, teilweise ergänzt um Equity-ähnliche Beteiligungskomponenten.

  • Hedgefonds

    Hedgefonds setzen eine breite Palette aktiver und oft komplexer Anlagestrategien ein, um unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung Rendite zu erzielen (absolute return Strategien). Im Unterschied zu klassischen Investmentfonds sind Hedgefonds nicht auf steigende Märkte beschränkt, sondern können auch in fallenden Märkten Gewinne anstreben. Zu den typischen Instrumenten zählen Leerverkäufe, der Einsatz von Derivaten, Fremdkapital sowie gezielter Leverage zur Verstärkung des Hebeleffekts.

  • Immobilien

    Immobilien stellen eine eigenständige und bedeutende Assetklasse in der Vermögensanlage dar. Sie umfassen sowohl direkte Investitionen in Wohn-, Gewerbe- oder Spezialimmobilien als auch indirekte Anlagen über Immobilienfonds oder börsennotierte Vehikel. Charakteristisch für Immobilien ist die Kombination aus laufenden Erträgen, etwa durch Mieteinnahmen, und langfristigem Wertentwicklungspotenzial. Damit nehmen sie eine wichtige Rolle in der strategischen Asset Allocation vieler Anleger ein.

  • Land- und Forstwirtschaft

    Land- und Forstwirtschaft ist eine alternative Anlageklasse, bei der in landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzte Flächen bzw. Betriebe investiert wird. Sie dient der Diversifikation, dem Inflationsschutz, der wertstabilen Sachwertanlage und – je nach Region – der regelmäßigen Einnahmegenerierung durch Pacht, Holzverkauf oder landwirtschaftliche Erträge

  • Infrastruktur

    Infrastrukturinvestments umfassen Beteiligungen an essenziellen Versorgungs- und Netzstrukturen wie Energieerzeugung und -verteilung, Transport- und Verkehrsnetzen, Wasser- und Abwassersystemen sowie Telekommunikationsinfrastruktur. Diese Anlageklasse zeichnet sich durch langfristige, vergleichsweise stabile und häufig inflationsgeschützte Cashflows aus, da viele Einnahmen entweder reguliert sind oder auf langfristigen Nutzungs- und Konzessionsverträgen beruhen. In vielen Fällen bestehen zudem staatsnahe Strukturen oder implizite staatliche Unterstützungen.

  • Rohstoffe

    Rohstoffe (Commodities) sind physische Güter, die als eigenständige Anlageklasse in der Vermögensanlage eingesetzt werden. Dazu zählen Energierohstoffe wie Öl, Erdgas, Kohle und andere Energieträger, Industriemetalle und Industrierohstoffe wie Kupfer sowie Edelmetalle wie Gold, Silber oder Platin. Ergänzt werden sie durch Agrarrohstoffe und weitere natürliche Ressourcen, deren Gewinnung auf begrenzten Vorkommen der Erde beruht.

  • Kunst

    Kunst ist eine alternative Anlageklasse, die neben finanziellen Aspekten auch emotionale, kulturelle und ideelle Werte vereint. Kunst spielt sowohl als Bestandteil bestehender Sammlungen als auch als gezielte Kapitalanlage mit langfristigem Wertpotenzial eine Rolle. Investiert wird typischerweise in Gemälde, Skulpturen, Fotografien oder andere Werke etablierter oder aufstrebender Künstler, deren Marktakzeptanz und Provenienz nachvollziehbar sind.

  • Krypto-Assets

    Krypto-Assets sind digitale Vermögenswerte, die auf dezentralen Technologien wie der Blockchain basieren. Zu den bekanntesten Krypto-Assets zählen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum, daneben existieren zahlreiche weitere Coins und Token mit unterschiedlichen Funktionen. Im Kern ermöglichen diese Digitalwährungen direkte Transaktionen zwischen Teilnehmern eines Netzwerks, ohne dass zentrale Intermediäre wie Banken erforderlich sind. Die Sicherheit wird durch Kryptografie, private Schlüssel und ein verteiltes Netzwerk gewährleistet.

  • Luxusgüter

    Luxusgüter gelten als besondere Form alternativer Sachwertanlagen und umfassen hochwertige, knappe und meist international gehandelte Güter wie Uhren, Schmuck, Oldtimer, Yachten, seltene Weine, Spirituosen, Designobjekte oder exklusive Modeartikel. In der Vermögensanlage werden Luxusgüter nicht primär wegen laufender Erträge, sondern aufgrund ihres potenziellen Wertsteigerungspotenzials, ihrer physischen Knappheit und ihres Status als inflationsresistenter Sachwert gehalten.