Liquide Assets
Liquide Assets bilden den kurzfristig verfügbaren und flexibel einsetzbaren Teil eines Vermögens. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie jederzeit oder innerhalb sehr kurzer Zeit zu marktgerechten Preisen veräußert oder genutzt werden können. In der Vermögensanlage spielen liquide Assets eine zentrale Rolle, da sie Handlungsfähigkeit sichern, Zahlungsströme abdecken und die Grundlage für taktische Entscheidungen und Rebalancing-Prozesse bilden.
Bedeutung für die Vermögensanlage
Im Rahmen einer strukturierten Vermögensallokation erfüllen liquide Assets mehrere Funktionen: Sie dienen der Liquiditätssicherung, der Stabilisierung des Gesamtportfolios und der gezielten Wahrnehmung von Chancen an den Kapitalmärkten. Gleichzeitig unterscheiden sie sich erheblich hinsichtlich Risiko, Renditepotenzial, Bonität der Emittenten und Zinssensitivität. Während einige Instrumente primär dem Kapitalerhalt und der kurzfristigen Verfügbarkeit dienen, sind andere stärker auf Ertrag und Wertentwicklung ausgerichtet.
Die nachfolgenden Unterpunkte geben einen systematischen Überblick über die wichtigsten Formen liquider Assets.
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Sichteinlagen
Sichteinlagen sind jederzeit verfügbare Bankguthaben, über die der Kontoinhaber ohne Kündigungsfrist verfügen kann. Typische Formen sind Girokonten und Tagesgeldkonten, die bei einem Kreditinstitut geführt werden. Im Unterschied zu Termineinlagen oder Spareinlagen besitzen Sichteinlagen keine feste Laufzeit und sind jederzeit fällig. Sie zählen damit zu den klassisch liquiden Assets und werden vor allem zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit, zur Abwicklung laufender Zahlungen oder als kurzfristig verfügbares Sichtguthaben genutzt.
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Geldmarktinstrumente
Geldmarktinstrumente sind kurzfristige, verzinsliche Anlageformen mit einer Laufzeit von in der Regel bis zu einem Jahr. Sie dienen der sicheren und liquiden Anlage überschüssiger Mittel und gehören zur Kategorie der liquiden Assets. Typische Geldmarktinstrumente sind Termingelder, Commercial Papers, Schatzwechsel, Einlagenzertifikate und kurzfristige Anleihen hoher Bonität.
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Anleihen
Anleihen (auch Schuldverschreibungen, Rentenpapiere oder Bonds) sind festverzinsliche Wertpapiere des Kapitalmarkts, mit denen Staaten, Unternehmen, Banken oder supranationale Institutionen Fremdkapital aufnehmen. Der Anleger fungiert als Gläubiger und stellt dem Emittenten beziehungsweise Schuldner Geld für eine definierte Laufzeit zur Verfügung. Im Gegenzug erhält er regelmäßige Zinszahlungen (Kuponzahlungen) sowie die Rückzahlung des Nominalwerts am Ende der Laufzeit bzw. bei Fälligkeit. Die Verzinsung wird meist als jährlicher Zinssatz in Prozent angegeben und wird in der Regeln in Abhängigkeit des Marktzinsniveaus bestimmt.
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Aktien
Aktien sind Wertpapiere, die einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft verbriefen. Mit dem Kauf von Aktien werden Anleger zu Aktionären und beteiligen sich unmittelbar am wirtschaftlichen Erfolg, aber auch am Risiko eines Unternehmens. Die rechtliche Grundlage bildet in Deutschland das Aktiengesetz (AktG). Aktien werden an der Börse gehandelt, etwa über Xetra oder andere Börsensegmente, und sind ein zentrales Element des Aktienmarkts.
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ETF
ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Investmentfonds, die die Wertentwicklung eines Index möglichst exakt abbilden. Sie werden daher auch als Indexfonds bezeichnet. Ziel der Indexnachbildung ist es, die Rendite eines definierten Marktes oder einer Anlageklasse – etwa eines Aktienindex wie DAX oder MSCI World – kosteneffizient und transparent nachzuvollziehen. ETFs gehören zu den passiven Anlageformen, da kein aktives Fondsmanagement zur Auswahl einzelner Wertpapiere erfolgt.
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Investmentfonds
Investmentfonds sind kollektive Anlagevehikel, bei denen das Vermögen vieler Anleger gebündelt und nach einer definierten Anlagestrategie investiert wird. Investmentfonds investieren je nach Ausgestaltung in unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe.
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Devisen
Devisen bezeichnen auf Fremdwährungen lautende Zahlungsmittel und Forderungen, die im internationalen Zahlungsverkehr und im Devisenhandel verwendet werden. Dazu zählen insbesondere Guthaben, Sichteinlagen, Schecks oder kurzfristige Forderungen bei Kreditinstituten in ausländischer Währung. Der Handel mit Devisen findet überwiegend am Devisenmarkt statt, einem globalen, dezentral organisierten Markt, der über Banken, Devisenhändler, Börsen und elektronische Handelssysteme abgewickelt wird.