Zinsänderungsrisiko
Zinsänderungsrisiken bezeichnen das Risiko, dass sich der Marktwert zinssensitiver Anlagen – insbesondere Anleihen – aufgrund von Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus negativ entwickelt. Steigen die Marktzinsen, sinken in der Regel die Kurse bestehender Anleihen mit festen Kupons, da neue Anleihen attraktivere Konditionen bieten. Die Höhe des Risikos hängt wesentlich von der Restlaufzeit und der Zinssensitivität (Duration) der Anleihe ab.
Steuerung des Zinsänderungsrisikos
Das Zinsänderungsrisiko ist besonders relevant in Niedrigzinsphasen oder in Phasen geldpolitischer Umbrüche. Es betrifft sowohl direkte Rentenanlagen als auch Rentenfonds, strukturierte Produkte oder zinssensitive Aktien. Die Steuerung erfolgt durch Diversifikation, Auswahl variabler verzinster Anleihen, aktives Duration-Management und den gezielten Einsatz von Zinsderivaten (Hedging).
Zinsänderungsrisiken sind ein fester Bestandteil des Markt- und Liquiditätsrisikos und sollten regelmäßig im Rahmen des Investment-Controllings bewertet werden. In der Vermögensstruktur beeinflussen sie sowohl die Ertragskomponente als auch die Stabilität der Liquiditätsplanung.