Duration
Die Duration ist eine zentrale Kennzahl zur Messung der Zinssensitivität von festverzinslichen Wertpapieren – insbesondere Anleihen – und bildet ein wesentliches Sensitivitätsmaß für deren Reaktion auf Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus. Sie zeigt, wie stark sich der Wert und der Anleihekurs verändern, wenn sich der Marktzins bewegt. Je höher die Duration, desto ausgeprägter reagiert der Kurs einer Anleihe – und desto größer ist das damit verbundene Zinsänderungsrisiko. Für Anleger ist sie daher ein unverzichtbares Steuerungsinstrument.
Bestimmung der Duration
Die Duration hängt eng mit mehreren Faktoren zusammen: der Laufzeit, der Restlaufzeit, dem Kupon bzw. den regelmäßigen Kuponzahlungen, dem Nominalzins, der Struktur der Zinszahlungen, der erwarteten Rendite, der Fälligkeit, dem Barwert aller zukünftigen Zahlungen sowie der späteren Rückzahlung. Grundsätzlich gilt: Je länger die Laufzeit und je niedriger der Kupon, desto höher die Duration – und desto stärker die Abhängigkeit von Veränderungen des Marktzinses.
Man unterscheidet zwei Hauptformen:
- Macaulay Duration: Sie misst die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer in Jahren und zeigt, wann ein Anleger sein eingesetztes Kapital über Kupons und Rückzahlung zurückerhält.
- Modified Duration: Sie leitet sich aus der Macaulay Duration ab und gibt an, wie stark sich der Anleihekurs pro Prozentpunkt Zinsänderung verändert. Sie dient als direktes Sensitivitätsmaß und ermöglicht eine präzise Berechnung des Kursrisikos.
Bedeutung für die Vermögensanlage
In der Praxis nutzen Anleger, Family Offices und institutionelle Investoren die Duration, um Anleiheportfolios gezielt auf unterschiedliche Zeiträume und Marktszenarien auszurichten. Eine kurze Duration stabilisiert die Anlage gegen Zinsbewegungen, bietet aber meist geringere Renditen. Eine lange Duration erhöht die Ertragspotenziale, macht das Portfolio jedoch deutlich anfälliger für steigende Zinsen.
Richtig eingesetzt unterstützt die Duration die Strukturierung von Rentenportfolios, die Steuerung des Zinsprofils und das Verständnis der Abhängigkeit zwischen Zinsen, Rendite und Marktwert. Sie ist damit ein unverzichtbares Element professioneller Vermögensverwaltung.