Sharpe Ratio
Die Sharpe Ratio ist eine zentrale Kennzahl zur Bewertung des risikoadjustierten Ertrags eines Portfolios, eines Fonds oder einzelner Investments. Sie misst, wie viel Überrendite – also Rendite oberhalb des risikolosen Zinssatzes – pro Risikoeinheit erzielt wurde. Das Risiko wird über die Standardabweichung der Renditen gemessen und bildet damit ein objektives Risikomaß. Die Berechnung erfolgt als Quotient aus Überschussrendite und Volatilität. Eine Sharpe Ratio von etwa 1 bedeutet, dass pro Prozent Gesamtrisiko ein Prozent zusätzliche Rendite erwirtschaftet wurde.
Bedeutung in der Vermögensanlage
Für Anleger, Family Offices und institutionelle Investoren ist die Kennzahl besonders wertvoll, da sie einen direkten Vergleich zwischen unterschiedlichen Anlagestrategien, Wertpapieren, Aktien, Fonds oder Portfolios ermöglicht – unabhängig vom absoluten Renditeniveau. Eine höhere Sharpe Ratio signalisiert eine effizientere Nutzung des eingegangenen Risikos und eine robustere Performance. Sie hilft insbesondere bei der Beurteilung, ob eine Anlage das eingegangene Risiko und potenzielle Kursverluste rechtfertigt.
Allerdings hat die Sharpe Ratio Grenzen: Sie basiert auf der Annahme annähernd normalverteilter Renditen und reagiert empfindlich auf extreme Marktereignisse. Strategien mit asymmetrischen Auszahlungsprofilen oder begrenzter Liquidität (z.B. bestimmte Alternativ- oder Absolute-Return-Ansätze) können trotz geringer Volatilität hohe versteckte Risiken oder potenziell große Drawdowns aufweisen. Daher sollte die Sharpe Ratio stets im Zusammenhang mit weiteren Kennzahlen – etwa Maximum Drawdown, Information Ratio oder dem Vergleich zur Benchmark – sowie qualitativen Einschätzungen interpretiert werden.
Trotz dieser Einschränkungen bleibt die Sharpe Ratio ein unverzichtbares Instrument der Portfolioanalyse, da sie Transparenz schafft, die Struktur von Risiken sichtbar macht und bei der Steuerung komplexer Portfolios unterstützt.