Risikobereitschaft und -tragfähigkeit
Risikobereitschaft beschreibt die grundsätzliche Bereitschaft einer Familie, bei der Vermögensanlage Schwankungen, Verluste oder Unsicherheiten in Kauf zu nehmen, um langfristig eine höhere Rendite zu erzielen. Sie ist ein zentrales Steuerungselement in der strategischen Asset Allocation und beeinflusst maßgeblich die Gewichtung von risikoreicheren Anlageklassen wie Aktien, Private Equity oder alternativen Investments.
Bestimmung der Risikobereitschaft
Die Risikobereitschaft wird idealerweise nicht intuitiv, sondern strukturiert ermittelt – etwa durch Interviews, Fragebögen, Szenarien oder Workshops mit den Entscheidungsträgern. Berücksichtigt werden finanzielle Tragfähigkeit, Zeithorizont, Liquiditätsbedarf, familiäre Dynamiken und persönliche Einstellungen. Eine Berücksichtigung der Risikobereitschaft im Rahmen der Vermögensanlage erfolgt durch die Vergabe von Risikobudgets und Limitvorgaben.
Risikotragfähigkeit
Risikobereitschaft ist von der Risikotragfähigkeit zu unterscheiden: Während Letztere die objektive finanzielle Fähigkeit zur Risikoaufnahme beschreibt, ist Risikobereitschaft subjektiv geprägt. Eine Diskrepanz zwischen beiden sollte durch Kommunikation und Governance-Prozesse aktiv adressiert werden.