Risikoprämie

Risikoprämie bezeichnet den zusätzlichen Ertrag, den Anleger als Ausgleich für das Eingehen bestimmter Risiken erwarten. Sie entstehen, weil unsichere oder volatilere Anlagen im Vergleich zu risikolosen Alternativen – etwa Staatsanleihen hoher Bonität – nur dann attraktiv sind, wenn sie langfristig eine höhere erwartete Rendite bieten. Ein solcher Risikozuschlag ist Ausdruck von Risikoscheu der Anleger und bildet in vielen Fällen die Grundlage der Marktrisikoprämie, die die erwartete Mehrrendite von risikobehafteten gegenüber sicheren Anlagen beschreibt.

Formen von Risikoprämien

Typische Formen von Risikoprämien sind die Aktienrisikoprämie (Mehrertrag von Aktien gegenüber sicheren Zinsanlagen), die Kreditrisikoprämie (Spread-Zuschlag bei Unternehmens- oder High-Yield-Anleihen), die Liquiditätsprämie (Kompensation für illiquide Anlagen wie Private Equity oder Immobilien) sowie die Laufzeitenprämie (höhere Renditen für länger laufende Anleihen). Daneben existieren auch alternative oder faktorbasierte Risikoprämien wie Value-, Size- oder Momentum-Prämien, die zunehmend in modernen Anlagestrategien genutzt werden.

Bedeutung von Risikoprämien

Risikoprämien sind ein Kernbestandteil finanzwirtschaftlicher Modelle – etwa im Kontext der Zinsparität oder des CAPM – und ein zentrales Instrument zur Steuerung der Vermögensanlage.

Risikoprämien dienen der Portfolioallokation, der Bewertung von Anlageklassen und der Beurteilung, ob ein Investment die eingegangenen Risiken angemessen vergütet. Eine strukturierte Analyse von Risikoprämien unterstützt fundierte Entscheidungen, verbessert die Transparenz im Rendite-Risiko-Profil und ist wesentlicher Bestandteil langfristiger, strategisch ausgerichteter Vermögenssteuerung.

Stand: 30.11.2025 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Dr. Robert Strauch