Zertifikate sind strukturierte Finanzprodukte und zählen rechtlich zu den Inhaberschuldverschreibungen. Sie werden von Emittenten – meist Banken – begeben und ermöglichen Anlegern, an der Wertentwicklung eines bestimmten Basiswerts zu partizipieren. Als Basiswert können Aktien, Indizes, Anleihen, Rohstoffe oder Zinsinstrumente dienen. Zertifikate gehören zu den derivativen Wertpapieren, da ihre Kursentwicklung vom zugrunde liegenden Markt abhängt.
Semi-liquide Assets
Semi-liquide Assets nehmen eine Zwischenstellung zwischen täglich handelbaren liquiden Anlagen und langfristig gebundenen illiquiden Investments ein. Sie sind grundsätzlich veräußerbar, unterliegen jedoch Einschränkungen hinsichtlich Handelbarkeit, Rückgabefristen, Markttransparenz oder Preisfindung. Für die Vermögensanlage stellen semi-liquide Assets eine wichtige Ergänzung dar, da sie häufig höhere Renditepotenziale als klassische liquide Anlagen bieten, ohne die vollständige Kapitalbindung illiquider Strukturen zu erfordern.
Eigenschaften von semi-liquiden Assets
Charakteristisch für semi-liquide Assets ist, dass Transaktionen nicht jederzeit oder nur zu bestimmten Zeitpunkten möglich sind und die Liquidität teilweise vom Marktumfeld abhängt. Gleichzeitig weisen diese Anlagen oft komplexere Strukturen, höhere Risikoprämien und spezifische Risikoquellen auf, etwa Emittenten-, Markt- oder Strukturierungsrisiken. Die Bewertung erfolgt häufig weniger kontinuierlich als bei börsengehandelten Wertpapieren, was die Transparenz und Vergleichbarkeit einschränken kann.
Bedeutung für die Vermögensanlage
In der Vermögensanlage dienen semi-liquide Assets dazu, Ertragsquellen zu diversifizieren, Renditechancen zu erhöhen und gezielt Risiko-Rendite-Profile zu gestalten. Sie werden häufig bewusst zwischen dem liquiden Kernportfolio und langfristigen Alternativanlagen positioniert. Voraussetzung für ihren Einsatz sind eine sorgfältige Analyse der Produktstruktur, ein Verständnis der Liquiditätsmechanismen sowie eine Einbindung in die übergeordnete Liquiditäts- und Risikoplanung.
Die nachfolgenden Unterpunkte beleuchten zentrale Ausprägungen semi-liquider Assets:
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Offene Immobilienfonds
Offene Immobilienfonds sind eine Form von Investmentfonds, die Anlegern den Zugang zum professionell gemanagten Immobilienmarkt ermöglichen. Sie investieren das eingesammelte Geld der Anleger in ein breit gestreutes Portfolio aus Immobilien wie Bürogebäuden, Einzelhandelsobjekten oder Wohnimmobilien. Die Fonds werden von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft (auch Fondsgesellschaft oder früher Kapitalanlagegesellschaft) gemäß den Vorgaben des KAGB verwaltet.
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High Yield Anleihen
High Yield Anleihen – auch Hochzinsanleihen oder zum Teil auch „Junk Bonds“ genannt – sind Anleihen von Emittenten mit unterdurchschnittlicher Bonität. Aufgrund des erhöhten Ausfallrisikos bieten diese Unternehmensanleihen eine höhere Verzinsung (Yield) als Investment-Grade-Anleihen oder viele Staatsanleihen. Das Segment richtet sich an Anleger, die bewusst ein höheres Risiko eingehen, um eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen.
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Zertifikate
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Publikums-AIFs
Publikums-AIFs (Alternative Investmentfonds) sind regulierte Investmentvehikel, die in alternative Anlageklassen investieren – etwa Immobilien, Infrastruktur, Private Equity – und sich an breite Anlegergruppen richten. Sie unterliegen dem deutschen Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) und müssen strenge Anforderungen hinsichtlich Transparenz, Risikosteuerung, Vertrieb und Verwahrung erfüllen.