Anlageformen

Anlageformen bezeichnen die unterschiedlichen strukturellen Wege, über die Kapital investiert werden kann. Sie unterscheiden sich weniger nach der zugrunde liegenden Assetklasse als vielmehr nach rechtlicher Ausgestaltung, Liquidität, Einflussmöglichkeiten, Risikoprofil und Komplexität. Für Anleger ist die bewusste Auswahl geeigneter Anlageformen ein zentrales Instrument der Vermögensstrukturierung.

Direktinvestments ermöglichen den unmittelbaren Erwerb von Unternehmensbeteiligungen, Immobilien oder Projekten. Sie bieten hohe Kontrolle, Transparenz und Gestaltungsspielraum, erfordern jedoch erhebliches Know-how, aktives Management und langfristige Kapitalbindung.

Mezzanine-Kapital stellt eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital dar. Es wird häufig zur Wachstums- oder Akquisitionsfinanzierung eingesetzt und bietet höhere Renditechancen als klassische Kredite, geht jedoch mit erhöhtem Risiko einher.

Club Deals sind gemeinschaftliche Investitionen mehrerer Investoren in ein einzelnes Projekt oder Unternehmen. Sie verbinden den Zugang zu größeren Transaktionen mit geteilter Expertise und Risikostreuung, setzen aber abgestimmte Governance-Strukturen voraus.

Geschlossene Beteiligungen und Publikums-AIFs bündeln Kapital für illiquide Investments mit festem Laufzeithorizont, etwa in Immobilien, Infrastruktur oder Private Equity. Demgegenüber stehen offene Fonds, die regelmäßig handelbar sind und insbesondere bei liquiden Anlageklassen zum Einsatz kommen.

Dachfonds investieren in mehrere Zielfonds und ermöglichen breite Diversifikation, allerdings zu höheren Kosten und geringerer Transparenz auf Einzelebene. Spezialfonds sind maßgeschneiderte Vehikel für institutionelle oder sehr vermögende Anleger und erlauben individuelle Anlagevorgaben.

ELTIFs (European Long-Term Investment Funds) sind regulierte Fondsstrukturen zur Förderung langfristiger Investitionen, die auch für Privatanleger in kleineren Tranchen zugänglich sind.

Strukturierte Produkte bilden Wertentwicklungen über Derivate ab und erlauben gezielte Rendite-Risiko-Profile, bergen jedoch Emittenten- und Komplexitätsrisiken.

Kapitallebensversicherungen dienen neben der Absicherung eines biometrischen Risikos auch der Vermögensanlage und werden häufig im Rahmen der Nachfolgeplanung eingesetzt.

Security Token schließlich repräsentieren digitale, blockchainbasierte Wertrechte und stehen für neue, technologiegetriebene Anlageformen mit regulatorischer Dynamik.

Die Wahl der passenden Anlageform hängt von Zielen, Zeithorizont, Risikobereitschaft, Governance-Anforderungen und regulatorischen Rahmenbedingungen ab und ist ein zentraler Bestandteil professioneller Vermögenssteuerung.

Stand: 15.12.2025 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Dr. Robert Strauch