Tracking Error

Tracking Error misst die Abweichung der Wertentwicklung eines Portfolios von seiner Vergleichsgröße (Benchmark) und ist ein zentrales Risikomaß zur Bewertung aktiver Managementleistungen. Er wird statistisch als Standardabweichung (Volatilität bzw. Vola) der Differenz zwischen Portfolio- und Benchmarkrendite über einen bestimmten Zeitraum berechnet. Die Berechnung erfolgt in der Regel auf Basis prozentualer Renditedifferenzen.

Bedeutung für die Vermögensanlage

Ein niedriger Tracking Error zeigt eine enge Nachbildung des Index oder Vergleichsindex an – typisch für passive Strategien, viele ETFs oder indexnahe Publikumsfonds. Diese Produkte zielen darauf ab, die Indexperformance möglichst exakt abzubilden, wobei Faktoren wie Indexanpassungen, Fondsvolumen oder Managementgebühren geringe Abweichungen verursachen können.

Ein hoher Tracking Error weist dagegen auf aktives Management hin: größere Abweichungen durch bewusste Titelselektion, Allokationsentscheidungen, aktive Gewichtungen in Aktien oder andere Eingriffe, die zu Outperformance führen können – oder zu zusätzlichen Risiken. Besonders bei aktiv gemanagten Fonds und Spezialmandaten wird der Tracking Error als Kontrollinstrument eingesetzt, um zu beurteilen, ob ein Manager tatsächlich aktiv agiert und ob die Abweichungen gegenüber der Benchmark durch Mehrwert (Alpha) gerechtfertigt sind.

Wichtig ist: Der Tracking Error misst nicht die Qualität oder Höhe der Performance, sondern nur die Abweichung zur Benchmark. Er sollte daher stets zusammen mit anderen Kennzahlen wie Rendite, Risiko, Kosten und Stilanalysen interpretiert werden. Richtig eingesetzt bietet der Tracking Error wertvolle Einblicke in die Struktur, das Verhalten und die Steuerungsqualität eines Portfolios.

Stand: 03.12.2025 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Dr. Robert Strauch