Monte-Carlo-Simulation

Die Monte-Carlo-Simulation ist ein statistisches Verfahren zur Analyse von Unsicherheiten und Risiken in der Vermögensanlage. Sie basiert auf der zufallsbasierten Erzeugung einer großen Anzahl möglicher Marktverläufe, um Wahrscheinlichkeitsverteilungen für Renditen, Risiken und zukünftige Vermögenswerte abzuleiten. Anstatt nur einen einzigen deterministischen Verlauf zu betrachten, erzeugt die Monte-Carlo-Simulation tausende bis Millionen Szenarien, in denen Variablen wie Kurse, Zinsen, Volatilität oder Korrelationen zufällig – aber modellbasiert – variieren.

Bedeutung für die Vermögensanlage

In der Kapitalanlage ermöglicht dieses Verfahren, Chancen und Risiken eines Portfolios über verschiedene Marktphasen hinweg realistisch abzuschätzen. Anleger erhalten ein Bild darüber, wie sich Werte unter unterschiedlichen Bedingungen entwickeln könnten, wie hoch potenzielle Verluste in Stresssituationen ausfallen und mit welcher Wahrscheinlichkeit Renditeziele erreicht werden. Die Simulation wird häufig genutzt, um langfristige Entwicklungen – etwa über mehrere Jahre oder Jahrzehnte – abzubilden und Wahrscheinlichkeiten für Extremereignisse („Tail-Risiken“) zu quantifizieren.

Die Monte-Carlo-Simulation dient insbesondere der strategischen Asset Allocation, der Beurteilung der Risikotragfähigkeit und der Überprüfung, ob die finanzielle Planung – etwa Ausschüttungen über Generationen – robust gegenüber Marktveränderungen ist. Sie ergänzt klassische Risikokennzahlen wie Value at Risk, Volatilität oder Drawdown-Analysen, indem sie nicht nur einzelne Kennzahlen, sondern vollständige Verteilungen möglicher Zukunftsentwicklungen sichtbar macht.

Richtig angewendet bietet die Monte-Carlo-Simulation einen tiefen Einblick in Unsicherheiten, unterstützt fundierte Entscheidungsprozesse und stärkt die Steuerungsfähigkeit im professionellen Portfoliomanagement.

Stand: 04.12.2025 · Autor: Redaktion FamilyOffice.de · fachlich geprüft von: Dr. Robert Strauch